Historie

1984

 

Die Geschichte der Oberberggruppe beginnt im Jahr 1984: Der zuvor selbst an Burn-out und einer Alkoholabhängigkeit erkrankte Neurologe Prof. Dr. med. Matthias Gottschaldt ruft ein schulenübergreifendes, von der eigenen Erfahrung geleitetes Therapiekonzept für suchtkranke Privatpatienten an einer Klinik in Bad Salzuflen ins Leben.

 

1988

 

Rasch stößt Gottschaldts Therapiekonzept bei den Patienten auf positive Resonanz und zeigt große Erfolge. 1988 eröffnet die erste Oberbergklinik mit 60 Betten am Standort Hornberg im Schwarzwald. Das Therapiekonzept der individuellen und intensiven Betreuung erweist sich als ausgesprochen hilfreich. Dies ermöglicht eine Erweiterung der behandelten Indikationen auf affektive Störungen, Abhängigkeitserkrankungen, Angsterkrankungen, Zwangsstörungen, Persönlichkeitsstörungen, Essstörungen und Stressfolgeerkrankungen wie Burn-Out, letztlich das gesamte Spektrum psychischer Erkrankungen.

 

1991

 

Bereits drei Jahre später, 1991, wird in Extertal-Laßbruch im Weserbergland die zweite Oberbergklinik eröffnet.

 

1997

 

Die dritte Oberbergklinik folgt 1997 im brandenburgischen Wendisch Rietz mit 67 Betten. Die überregionale Ausrichtung der Kliniken und die große Patientenzufriedenheit führen bereits in den ersten Jahren zur Gründung eigener Oberbergselbsthilfegruppen durch ehemalige Patienten – ein starkes Netzwerk als fester Bestandteil der Nachsorge etabliert sich. Heute existieren über 50 Oberbergselbsthilfegruppen im gesamten Bundesgebiet – vor allem in den Ballungszentren – die ehemaligen Patienten als Anlaufpunkt zur Verfügung stehen.

 

1998

 

Unerwartet stirbt Prof. Dr. med. Matthias Gottschaldt im Jahr 1998 durch einen Flugzeugabsturz. Seine engagierte Witwe, Dr. med. Edda Gottschaldt, steht vor der Herausforderung, das gewachsene Unternehmen in die Zukunft zu führen. Die Stabilisierung der Kliniken auf hohem Qualitätsniveau, die hohe Intensität der Therapie und die Erweiterung des Therapiekonzepts um achtsamkeitsbasierte Verfahren gehen wesentlich auf ihren Einfluss zurück und sind eine Quelle des anhaltenden Wachstums der Belegungszahlen in den drei Oberbergkliniken. Diese Entwicklung stärkt den Anspruch, Patienten auch nach der stationären Behandlung eine professionelle Nachsorge und zeitnahen Zugang zu Hilfe zu ermöglichen: Ein deutschlandweites Netzwerk aus korrespondierenden Therapeuten, Selbsthilfegruppen und Oberberg City Centern entsteht.

Neben der Entwicklung der Kliniken gründet Dr. med. Edda Gottschaldt in Gedenken an die Pionierarbeit ihres Mannes die Oberberg Stiftung Matthias Gottschaldt. Diese versteht sich als Plattform, um wissenschaftliche und zukunftsweisende Aspekte der integralen Heilkunst zu fördern und lobt seither den „Wilhelm-Feuerlein-Preis“ für herausragende Arbeiten in der Suchtmedizin aus.

 

2010

 

Der große Erfolg der Klinik im Weserbergland lässt die Klinik sehr schnell zu eng werden und für die modernen Bedürfnisse nicht geeignet erscheinen. In gemeinsamer Planung mit Dr. med. Edda Gottschaldt und der therapeutischen Leitung vor Ort wird ein wegweisendes Raumkonzept als Hort für psychische Gesundung in Extertal-Laßbruch entwickelt. 2010 wird der für 11 Mio. Euro errichtete lichtdurchflutete und weitläufige Neubau mit 70 Betten eröffnet. Zahlreiche Gäste aus Wissenschaft, Medizin und Politik nehmen am Eröffnungssymposium „Theorie und Selbstheilung“ teil.

 

2013

 

Im Jahr 2013 kann durch den Zukauf der von Dr. med. Horst Walter Ebeling-Goltz ärztlich geführten SOMNIA Privatkliniken mit den Standorten Köln/Hürth und Mönchengladbach das Einzugsgebiet in Nordrhein-Westfalen vergrößert werden. Insbesondere ermöglichen die hinzugekommenen Kliniken auch eine vollstationäre und tagesklinische Behandlung von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen.

 

2014

 

Die Rhein-Jura Klinik in Bad Säckingen wird 2014 erworben. Sie arbeitet in enger Kooperation mit der Universitätsklinik Freiburg und dem Lehrstuhl von Prof. Dr. med. Matthias Berger zusammen. So wird nicht nur das Bettenvolumen um 120 Betten vergrößert, sondern vor allem das inhaltliche Spektrum um eine Klinik mit einer betont universitären Ausrichtung erweitert.

Die regelmäßige Evaluation und medizinische Ergebnisqualität der Oberbergkliniken wird fortan in einem Qualitätsbericht publiziert und ist allen Interessierten zugänglich.

Zudem findet 2014 ein Generationenwechsel statt: Zwei von drei langjährig für die Oberbergkliniken tätige Chefärzte gehen in den verdienten Ruhestand.

 

2015

 

Im Juni 2015 eröffnen die SOMNIA Privatkliniken den Standort „Konraderhof/Hürth“, eine Klinik speziell für Kinder- und Jugendpsychiatrie mit „Ranch-Charakter“. Das Gelände ist mit 20.000 Quadratmetern weitläufig und gleichzeitig von außen komplett geschützt. Es bietet eine Vielzahl von therapeutischen Frei- und Bewegungsflächen für Kinder und Jugendliche. Insgesamt stehen im Konraderhof 39 Betten und 10 tagesklinische Behandlungsplätze zur Verfügung. Schon in der Architektur des Gebäudes bilden sich die Therapieansätze ab: So leben Jugendliche beispielsweise auf den Stationen in sozialen Gemeinschaften mit eigenem Wohnraum und Küche zusammen.

 

2016

 

Um die Nähe der Kliniken zu Wissenschaft und universitären Einrichtungen weiter zu fördern, wird 2016 ein medizinisches Gremium berufen. Das Medical Board stellt eine enge Verbindung zu den Universitäten Freiburg, München und Mannheim sowie der Medizinischen Hochschule Hannover her. Darüber hinausgehende besondere Kooperationen bestehen zudem mit der Medizinischen Hochschule Hannover und der Psychiatrischen Universitätsklinik Zürich.

 

2017

 

Durch den Erwerb der von Dr. med. Tobias Freyer medizinisch geführten Parkklinik Wiesbaden Schlangenbad 2017 erweitert die Oberberggruppe ihr Einzugsgebiet in Hessen. Die Klinik im ehrwürdigen Gebäude des ehemaligen Kurhotels Schlangenbad legt ihren Schwerpunkt auf die intensive störungsspezifische Behandlung mit Hilfe moderner Weiterentwicklungen der kognitiven Verhaltenstherapie.